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Sind Noten noch zeitgemäss?

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Schulnoten noch zeitgemaess

"Mama, ich habe eine schlechte Note in Mathe geschrieben - muss ich jetzt die Klasse wiederholen?"

Die Schulsysteme der meisten Länder basieren auf Zensuren die bewerten, ob ein Schüler die notwendigen Leistungen erbracht hat oder eben nicht. Nicht ausreichende Leistungen gefährden die Versetzung und können sogar dazu führen, dass ein Kind die Schule verlassen muss. Das ist eine frustrierende Erfahrung und kann auch Auswirkungen auf das spätere Leben haben. Denn wer in der Schule "versagt", kann möglicherweise nicht die angestrebte Ausbildung oder das gewünschte Studium aufnehmen. Einige Befürworter von Schulnoten argumentieren, dass Kinder sich besser früh an Leistungsdruck und Prüfungssituationen gewöhnen sollten. Viele Pädagogen und Soziologen hingegen sind heute der Meinung, dass Noten nicht dazu geeignet seien Kindern das Lernen näher zu bringen. Was stimmt denn nun?

Bereits im 19. Jahrhundert gab es Versuche das Schulsystem zu reformieren

Fakt ist: Reformpädagogen wie Maria Montessori oder Fröbel kritisierten schon im 19. Jahrhundert den von Druck und Disziplin geprägten Schulunterricht und forderten mehr Selbstbestimmung für die Schüler. Noten und Strenge, so die einhellige Meinung, Bremse die Kreativität und verhindere, dass die Kinder ihre Persönlichkeit und ihre Talente entfalten können. Stattdessen entwickelten die Reformpädagogen verschiedene Lernkonzepte, welche sie dann auch in die Praxis umsetzen. Im Mittelpunkt stand das einzelne Kind und das Konzept der Selbstbildung. Jeder Schüler sollte in seinem eigenen Tempo lernen können - und zwar auch das, was ihn interessiert. Auch auf Methodenvielfalt setzen die Pädagogen: Gruppenarbeit und Freiarbeit ersetzten ganz oder teilweise den Frontalunterricht, bei dem der Lehrer dozierend vor den Schülern steht. Durchsetzen konnten sich solche Unterrichtsmodelle jedoch bis heute nicht flächendeckend. Ausnahmen bilden freie Schulen wie beispielsweise Waldorfschulen, die bewusst auf die Notengebung verzichten und den Fokus auf kreativ-künstlerische und handwerkliche Fächer legen.

Viele Leistungen können nicht mithilfe von Noten bewertet werden

Die Frage, inwiefern Noten noch zeitgemäss sind, lässt sich möglicherweise nicht pauschal beantworten. Sicherlich hat es Vor- und Nachteile, Leistungen mit Zensuren zu bewerten. Einerseits helfen sie den Lehrern dabei, Leistungen miteinander zu vergleichen und den Schülern ein Feedback zu ihrem Lernstand zu geben. Andererseits sind sie trotzdem in der Regel sehr subjektiv - vor allem wenn es darum geht Texte im Hinblick auf Stil und Qualität zu bewerten. Viele wichtige Kompetenzen, die Schüler später ebenfalls brauchen um beruflich und privat ihren Platz zu finden, zum Beispiel ein gutes Sozialverhalten, Einsatzbereitschaft, Kreativität und Problemlösungskompetenz, werden kaum oder gar nicht wertgeschätzt. Zudem wirkt sich Leistungsdruck häufig negativ auf Motivation und Selbstbewusstsein der Schüler aus.

Tipp: Schulen genau unter die Lupe nehmen

Viele Schulen haben ein individuelles Schulprofil und versuchen, reformpädagogische Ansätze und klassische Lehr-Lern-Methoden zu kombinieren. Daher sollten Eltern mit ihren Kindern unbedingt Tage der offenen Tür besuchen und sich eingehend über verschiedene Schulformen informieren um herauszufinden, welche für ihr Kind die geeignetste ist.

Bildquelle: Tim Reckmann / pixelio.de

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