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Lernen Kinder heute anders als früher?

Wie lernen Kinder heute

"Kinder sind heute zappelig, unkonzentriert und geben sofort auf, wenn es einmal schwierig wird. Früher war das anders, aber da haben wir auch noch draussen gespielt und nicht den ganzen Tag vor dem Computer verbracht!"

Diese Aussage würden sicher viele ältere Leute unterschreiben, aber auch Lehrer und Eltern wundern sich über das Verhalten von Jungen und Mädchen im Schulalter. Die Frage ist: Fällt Kindern heute das Lernen wirklich schwerer als früher oder ist das eine subjektive Empfindung? Im europäischen Durchschnitt erreichen immer mehr Menschen einen höheren Schulabschluss oder besuchen eine Universität. Kann es also sein, dass Kinder heute nicht dümmer sind sondern einfach anders lernen als früher? Es hat ja auch Vorteile, wenn Kinder mit den neuen Medien umgehen lernen, denn das Internet bietet schliesslich auch viele Möglichkeiten des Wissenserwerbs, oder?

Viele Kinder wollen sich nicht anstrengen

Fakt ist: Kinder kommen in einem immer jüngeren Alter zum ersten Mal mit Medien in Kontakt. Wenn Du unterwegs bist werden Dir vielleicht schon Kleinkinder im Kinderwagen begegnet sein, die gekonnt per Wischbewegung Fotos auf dem Smartphone ihrer Eltern anschauen, damit Mama und Papa in Ruhe einen Kaffee trinken können. Auch der Fernsehkonsum nimmt zu und schon Kindergartenkinder dürfen täglich Spiele auf dem Tablet spielen oder besitzen selbst eine "Junior-Version". Aber wirkt sich das wirklich negativ auf das Lernverhalten aus? Auffällig ist, dass beispielsweise die Lesekompetenz bei Kindern, die häufig in Kontakt mit Medien kommen, schwächer ausgeprägt ist. Klar: Wer sich immer nur berieseln lässt und nicht selbst aktiv ist, lernt nicht sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Auch die Anstrengungsbereitschaft vieler Kinder ist nicht sehr stark ausgeprägt. Das liegt aber daran, dass Kindern zu viele Dinge abgenommen werden, die sie aufgrund ihres Alters und ihres Entwicklungstandes eigentlich problemlos selbst bewältigen könnten und sollten.

Nicht nur das Lernverhalten, sondern vor allem die Erziehung hat sich verändert

Nicht nur das Lernverhalten hat sich also verändert, sondern auch die Erziehungsmethoden. Noch vor dreissig Jahren wurden Kindern mehr Grenzen gesetzt, ihr Alltag war geprägt von festen Regeln und Strukturen. Heute lesen viele Eltern ihren Kindern jeden Wunsch von den Augen ab, Strenge ist verpönt. Stattdessen dürfen Kinder mitbestimmen - egal, ob es um das nächste Urlaubsziel oder um eine Erhöhung des Taschengeldes geht.

Andererseits wissen Kinder heute in jüngeren Jahren viel mehr als früher, weil sie Zugang zu zahlreichen Bildungsangeboten haben. Sie können ein Instrument lernen, sich Nachrichten für Kinder ansehen, Bilderbücher und Lexika zu jedem erdenklichen Thema in der Bibliothek ausleihen oder bei Wikipedia schnell etwas nachlesen.

Kinder lernen also wirklich anders als früher, weil Ihnen ganz andere Methoden und Medien zur Verfügung stehen. Ob ein Kind davon profitiert oder nicht hängt davon ab, wie es erzogen wird und welchen sozialen Background es hat.

Tipp: Kinder brauchen klare Regeln und Strukturen

Das eine autoritäre Erziehung aus Kindern keine selbstbewussten Menschen machen kann ist heute bekannt. Aber: Regeln, Grenzen und Eigenverantwortung sorgen dafür, dass aus Kinder keine unselbstständigen und egoistischen Wesen werden, die nicht bereut sind dazu zu lernen.

Bildquelle: White77 / pixabay.com

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