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Ist Nachhilfe sinnvoll?

Nachhilfe sinnvoll

"Dein Kind hat Schwierigkeiten in der Schule? Aber das ist doch nicht tragisch! Melde es doch in einem Nachhilfeinstitut an. Das hat meiner Tochter gut geholfen, ihre Noten und Deutsch und Mathe sind jetzt viel besser!"

Immer mehr Kinder haben Schwierigkeiten mitzuhalten, wenn die Lehrer ihnen den Lernstoff vermitteln wollen. Denn: Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo und hat unterschiedliche Stärken und Interessen. Die Folge sind schlechte Noten und Schulfrust. Spätestens wenn die Versetzung gefährdet ist, engagieren viele Eltern einen privaten Nachhilfelehrer oder melden ihr Kind in einem Lerninstitut an. Aber ist das wirklich die Lösung oder eigentlich rausgeschmissenes Geld? Eine Erfolgsgarantie bieten die Unternehmen Ihren Kunden schliesslich in der Regel nicht.

Zunächst die Gründe für schulische Probleme analysieren

Grundsätzlich können die Gründe, warum Dein Kind in der Schule Probleme hat, ganz unterschiedlich sein - und nicht bei jedem Problem ist Nachhilfeunterricht der richtige Lösungsansatz. Daher solltest Du zunächst herausfinden, warum Dein Kind schlechte Noten schreibt. Hat es zur Zeit vielleicht gerade einfach andere Dinge im Kopf? Gerade bei Jugendlichen in der Pubertät ist das häufig der Fall. Selbst wenn ihre schulischen Leistungen bisher zufriedenstellend oder sogar sehr gut waren, sorgen die Hormone bei Teenagern nicht nur für akute Unlust, sondern auch für Chaos im Kopf.

Vielleicht kommt Dein Kind aber auch mit seinem Lehrer nicht klar. Gerade in naturwissenschaftlichen Fächern hängt die Qualität des Unterrichts stark von den pädagogischen Fähigkeiten des Lehrers ab. Haben mehrere Schüler in der Klasse plötzlich Probleme, solltest Du eventuell zunächst das Gespräch mit dem Lehrer suchen. Möglicherweise kannst Du dadurch bereits viel bewirken. Ist es hingegen so, dass Deine Tochter oder Dein Sohn viel Stoff nachholen müsste, dafür aber während des regulären Unterrichts keine Zeit mehr bleibt, kann Nachhilfe sinnvoll sein.

Nachhilfe funktioniert nur, wenn Kinder wirklich mitmachen

Wichtig ist, dass Du den möglichen Effekt von Nachhilfe richtig einschätzt. Nachhilfe ist keine Lerntherapie und kann wenig ausrichten, wenn Dein Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche hat oder unter einer Dyskalkulie leidet. Davon abgesehen muss Dein Kind sich helfen lassen wollen. Ohne Motivation und die Bereitschaft, aktiv mitzuarbeiten, werden sich seine Noten nicht verbessern. Auch die Qualität des Nachhilfeunterrichts spielt natürlich eine Rolle. Gruppenunterricht ist preiswerter als Einzelstunden, eine individuelle Förderung gestaltet sich in dieser Lernatmosphäre jedoch schwierig. Häufig lenken die Kinder sich gegenseitig ab. Egal, für welche Form der Nachhilfe Du Dich entscheidest: Gemeinsam mit dem Lehrer und Deinem Kind sollten zunächst konkrete Ziele vereinbart werden.

Tipp: Manchmal können auch Online-Angebote sinnvoll sein

Viele Kinder und Jugendliche lassen sich eher zum Lernen motivieren, wenn sie dafür den PC nutzen können. Für diese kommt auch Online-Nachhilfe infrage. Wichtig ist aber, dass Du die Leistungen und Kosten der verschiedenen Anbieter genau vergleichen und sicher gehen kannst, dass die Schüler bei individuellen Fragen eine qualifizierte Person kontaktieren können. Andernfalls tut es nämlich auch sicherlich günstiges Lernprogramm für den Computer.

Bildquelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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