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Was macht Kinder wirklich schlau?

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Kinder Lernen schlau

"Ich habe meine Kleine jetzt in einem Frühenglisch-Kurs angemeldet. Kinder in dem Alter zu sich ja besonders leicht mit dem Lernen, weil sich ihre Synapsen noch ausbilden. Davon profitieren sie dann später und sind nachweislich intelligenter."

Solche und ähnliche Theorien sind Dir als Mutter sicherlich schon häufig zu Ohren gekommen. Vor einigen Jahren hiess es, Kinder könnten gar nicht früh genug gefördert werden, weil es so genannte "Zeitfenster" gäbe, die sich dadurch erklären, dass das kindliche Gehirn noch formbar und somit empfänglicher für Reize sei als das von Jugendlichen oder Erwachsenen. Also begannen viele Eltern damit, ihrem ungeborenen Baby Musik von Mozart vorzuspielen und schickten ihre Kleinkinder in Sprachkurse. Die Frage aber bleibt: Garantieren alle diese Fördermassnahmen, dass ein Kind Intelligenz entwickelt, später in der Schule erfolgreich ist, studiert und einen gut bezahlten Job findet?

Kinder brauchen keine Anleitung zum Lernen

Zunächst zu den Fakten: Viele Studien haben inzwischen widerlegt, dass ein erfolgreiches Lernen nur innerhalb irgendwelcher Zeitfenster in der frühen Kindheit möglich ist. Auch Erwachsene können effektiv und zügig lernen, wenn die Motivation stimmt und sie bereit sind sich anzustrengen. Eine gute Nachricht für all diejenigen gestressten Kinder, die schon vor ihrer Einschulung Englischkurse besuchen, ein Instrument lernen und zweimal die Woche zum Turnen gehen müssen, weil ihre Eltern befürchten sie könnten sonst im Leben einen Nachteil haben.

Sicher ist auch: Förderangebote allein machen auch einem Kind noch keinen zukünftigen Nobelpreisträger. Ganz im Gegenteil: Kinder, die von einem Termin zum nächsten hetzen fühlen sich schnell gestresst und überfordert. Irgendwann rebellieren sie, weil sie kaum noch Zeit für sich selbst und ihre Freunde haben. Denn eigentlich ist das mit dem Lernen bei Kindern viel einfacher, als Eltern häufig glauben. Jedes normal entwickelte Baby und Kleinkind ist lernwillig und möchte seinen Horizont erweitern. Aber: Es möchte dies auf eigene Faust tun, selbstständig und mit allen Sinnen die Welt entdecken. Und dazu braucht es ganz sicher kein Förderprogramm, sondern lediglich eine anregende Umgebung und Eltern, dies es in seiner Selbstständigkeit unterstützen.

Liebe, Geborgenheit, eine herausfordernde Umgebung: Das macht Kinder schlau

Was Kinder also wirklich schlau macht ist eine möglichst unbeschwerte Kindheit. Die Kleinen brauchen stabile Bindungen zu ihren Bezugspersonen, liebevolle Konsequenz aber auch die Freiheit sich entfalten zu dürfen. Für Eltern bedeutet das, sich auch einmal zurückzunehmen und das eigene Kind in seinem Tun einfach nur zu beobachten. So erkennen sie schnell, wo die Stärken und Interessen beim eigenen Nachwuchs liegen. Wird dann das entsprechende Spielmaterial bereit gestellt hat das Kind beste Voraussetzungen dafür selbst dafür zu sorgen, dass es sich zu einem cleveren Wesen entwickelt.
Kinder brauchen also vor allem unverplante Zeit und interessante Umweltreize, um ihre Intelligenz einzusetzen und auszubauen.

Tipp: Intelligenz lässt sich nur bedingt beeinflussen

Aller Fördermöglichkeiten zum trotz wird aus einem im Bereich Naturwissenschaften eher mittelmässig begabten Kind vermutlich kein zweiter Einstein werden. Das solltest Du als Mutter oder Vater einfach akzeptieren. Dein Kind hat sicher andere Stärken und wird trotzdem seinen Weg gehen.

Bildquelle: RondellMelling / pixabay.com

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